Mein Bericht über OMGyes – der Website, die die „Orgasm Gap“ schließen will.

Ich habe also OMGyes gekauft, hier ist mein Bericht.

Was ist OMGyes?

Hier ist ein Intro-Video:

OMGYES.com intro von FGS bei Vimeo.

Im Prinzip ist das Ziel von OMGyes, das „Orgasmus-Gefälle“ zu verringern.

Laut der Studie „National Survey of Sexual Health and Behavior” hatten bei ihrer letzten sexuellen Begegnung 91 Prozent der Männer einen Orgasmus, von den Frauen hingegen nur 64 Prozent.

Die Idee ist wirklich simpel: Du fragst eine Schar Frauen, was sich für sie gut anfühlt, findest die Muster und bringst dann anderen Frauen die Schritte bei.

Die Gründer*innen Lydia Daniller und Rob Perkins ließen ein Forschungsgruppe 1000 Frauen befragen, welche Berührungen sie mögen und haben dann Dr. Debby Herbenick and Dr. Brian Dodge, beide Wissenschaftler*innen am Kinsey Institut der Universität von Indiana, beauftragt, eine landesweit repräsentative Studie mit weiteren 1000 Frauen durchzuführen. Auf diesen qualitativen und quantitativen Untersuchungen basieren die von ihnen empfohlenen Techniken.

Es ist, als ob du bei der Geburt eine Karte bekommst und dir gesagt wird, dass es da irgendwo einen Schatz gibt – aber finde den erstmal. OMGyes hat die Pfade, auf denen andere Frauen zu diesem Schatz gefunden haben, farbig markiert. Zu erfahren, welche Pfade am ehesten zum Ziel führen, das sieht mir nach einem klaren Vorteil aus.

Warum habe ich OMGyes gekauft?

Es hat mich aus drei Gründen angesprochen: Die Forschung, die Technologie und die Ergebnisse. Erstens habe ich ein allgemeines Interesse an quantitativen wissenschaftlichen Untersuchungen zur menschlichen Sexualität. Ich glaube außerdem, dass die weibliche Sexualität als Forschungsgebiet jämmerlich vernachlässigt wird. Zweitens, die Vermittlungsmethode beinhaltet interaktive Videos mit haptischem Feedback. Ich bin gespannt, das auszuprobieren. Drittens bin ich nicht besonders gut im Masturbieren. Oder darin, meine Lover zu instruieren, wie sie mich berühren sollen – abgesehen davon, dass ich permanent „Sachte!“ sage. Meine eigenen Berührungen (und, ganz ehrlich auch die der anderen) finde ich zum großen Teil ziemlich schrecklich.

Nicht Bescheid zu wissen ist frustrierend, neue Sachen auszuprobieren auch. Deshalb weiche ich von meiner Methode, bei der ich mich unter anderem auf das Bett presse, selten ab. Und ich finde es selbstverständlich, dass das, was dich anmacht, hauptsächlich Kopfsache ist. Aber ich wünschte, es wäre für mich und meine Partner nicht so schwierig, mich Händen und Mund zu befriedigen. Ich hege den Verdacht, dass das Herumspielen an meiner Vagina freudvoller und weniger frustrierend wäre, wenn ich wüsste, was sich höchstwahrscheinlich toll anfühlen wird und wenn ich weniger Zeit mit Berührungen verschwenden würde, auf die das nicht zutrifft.

Ansichten zu OMGyes

Der Bestellvorgang ist einfach und intuitiv. 

Das User-Interface ist modern und ansprechend. Wobei ich es gut gefunden hätte, eindeutig zu wissen, wo ich anfangen soll.

Sobald du ein Video angeklickt hast, gibt es hilfreiche Tipps zur Benutzung der Seite und was wo zu finden ist.

Ich bin in Sachen Sex nicht gerade vollkommen unbelesen, deshalb hatte ich nicht erwartet, tonnenweise Neues zu lernen. Von der „Hochschaukel-Technik“ für intensivere Orgasmen hatte ich beispielsweise schon mal gehört. Doch ich erfuhr Dinge über den weiblichen Orgasmus, die ich nicht nur nicht gewusst hatte, sondern die ich außerdem nicht wirklich naheliegend fand. Wie etwa die konkrete Tatsache, dass „Hochschaukeln“ bei 65,5 Prozent der befragten Frauen zu längeren und intensiveren Orgasmen führt. Überhaupt hatte ich keine Ahnung, dass es dazu drei Techniken gibt und bei den meisten Frauen nur eine davon Wunder wirkt.

Im Bildausschnitt der Videoanleitung zum Hochschaukeln ist die Frau völlig nackt zu sehen, wie sie ihre inneren Schamlippen berührt und dabei erklärt, was sie tut. Was auf mich, ehrlich gesagt, zuerst schrill wirkte. Ich hatte jenseits von Pornos noch nie einer Frau beim Masturbieren zugesehen (naja, obwohl, im echten Leben ein paar Mal).

Was an den Videos cool ist, sind die kleinen Dinge, die du als normal erkennst. Zum Beispiel, dass eine Berührung, die ich einmal super fand, mir beim nächsten Mal gar nichts bringt. Das ist höllisch frustrierend, und ich fand mich deswegen immer seltsam. Aber als ich Amber darüber sprechen hörte, dass sie die empfindsame Stelle an ihrer Vulva immer suchen muss, weil sie herumwandert, kam ich mir völlig normal vor und dachte: „Da sind wir schon zwei!“

Der Feldversuch

Also habe ich einige Erkenntnisse aus dem „Aufwärmen“-Modul im echten Leben angewendet. Dazu gehörte, dass ich in zugedröhntem Zustand „The Mindy Project“ angeschaut und dort gestoppt habe, wo Dr. Jodi Kimball-Kinney in einem dünnen, weißen T-Shirt auf dem Bildschirm erscheint. (Verurteilt mich nicht!). Nachdem ich mich zum Orgasmus gebracht hatte, hat mein liebenswürdiger Partner angeboten, ein paar Techniken mit mir auszuprobieren.

Es war supergeil. Es ist gar nicht so, dass das Ausprobieren der Technik Neuland wäre. Ist es nicht. Sondern dass ich ihn souverän durch die Anwendung der Techniken gelotst habe. Ich war überzeugt, dass es funktionieren würde (2000 Frauen!) und dass es völlig normal ist, so etwas zu verlangen. Und, vielleicht das Wichtigste, ich habe mich getraut, darauf zu bestehen, dass wir so lange dranbleiben, bis es klappt. OMGyes zufolge, funktioniert das Anwärmen nicht gleich beim ersten Versuch. Tatsache ist, ich hätte vor dem fantastischen Sex, den wir schließlich hatten, gern noch mehr herumgespielt. Und das habe ich meinem Partner später am Abend auch ganz unerschrocken mitgeteilt.

Für mich ist das eine Art Durchbruch. Wenn das Vorspiel sich auf meine Lust konzentriert, werde ich oft unruhig und langweile mich. Das führt dazu, dass ich es frühzeitig beende und zu etwas übergehe, das mein Partner mag, beispielsweise ein Blowjob, um die Dinge am Laufen zu halten und damit mein Kopf beschäftigt ist. Das ist ein Fehler. Denn es lehrt meinen Partner, dass ich nicht gern geleckt oder berührt werde – wenn ich es in Wahrheit aber möchte. Tatsächlich sogar brauche. Nur eben nicht so. Und es beraubt uns der Chance, zusammen herauszufinden, was mich aus meinen Gedanken reißen und scharf machen könnte.

Für wen es gut ist

Wenn du auch zu Langeweile und Unruhe beim Vorspiel neigst, ist es eine lohnenswerte Investition. Es tut gut, andere Frauen im Großen und Ganzen sagen zu hören: „Sofortiges, grobes, trockenes Fingerficken ist kein Vorspiel.“ Und: „Nach zwei Minuten Küssen geradewegs auf meine empfindsamste Körperstelle loszustürzen ist nicht nur nicht erregend, es ist de facto furchtbar.“ Und: „Glaub bloß nicht, dass du guten Sex draufhast, wenn du deine Zunge und/oder deinen Mund keine fünf Minuten konstant gleichbleibend bewegen kannst.“

Vor OMGyes hatte ich eine ziemlich gute Vorstellung davon, was sich nicht gut anfühlt. Aber ich wusste nicht, worauf ich bestehen sollte, dass wir es ausprobieren oder länger versuchen. Die meisten Partner befassen sich so dreißig Sekunden mit dem Anwärmen, bevor sie einen ihrer Körperteile in mich reinzustecken versuchen. Das reicht nicht. Nicht nur für mich, sondern laut der Studie für die Mehrheit der Frauen. Auch wenn es vielleicht nicht so sein sollte: Mehr zu verlangen, fällt leichter mit der Rückendeckung anderer Frauen, die sagen, dass es deswegen nicht funktioniert, weil du es nicht lang genug versucht hast. Was irgendwie unlogisch klingt.

Aufgrund meiner Erfahrung würde ich jedem Mann, der Sex mit Frauen hat, empfehlen, dass er OMGyes kauft. Und zwar auf der Stelle! Ihr seid alle nicht lang genug am Aufwärmen, seid nicht beständig genug, seid in jedem dieser Punkte nicht befriedigend. Keiner von euch.

Ich wäre neugierig, von anderen Frauen zu erfahren, aus welchen Gründen sie dafür offen wären, OMGyes auszuprobieren, oder auch nicht. Lasst es mich per Kommentar wissen.

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